Schnarchen - noch vor Jahren als harmlose Erscheinung abgetan rückt immer näher ins Blickfeld der Zahn- und Schlafmediziner. Schätzungsweise 30 Millionen Menschen in Deutschland geben jede Nacht diese nicht ganz ungefährlichen Geräusche von sich und machen das Schnarchen damit zu einer Volkskrankheit. Schnarchen kann gesundheitliche Folgen haben!

Übermäßige Müdigkeit am Tage, die zu gefährlichen Sekundenschlaf führen kann, Konzentrationsschwäche, eine geringe Reizschwelle, Bluthochdruck und deren Folge, Potenzstörungen, sowie Kopfschmerzen sind charakteristische Symptome. Folgen können aber auch Herzinfarkte, Schlaganfälle, sowie eine verringerte Lebenserwartung sein.

In der interdisziplinären Zusammenarbeit mit HNO- Ärzten, Schlafmedizinern, Lungenfunktions- Ärzten, sowie Zahnärzten kann das Schnarchen in vielen Fällen erfolgreich mit Anti- Schnarch- Geraten (Intraorales- Schnarch- Therapie- Gerät) behandelt werden. Der Unterkiefer wird mittels einer speziellen Schiene nach vorne verlagert. Die Zunge kann jetzt nicht mehr nach hinten fallen und die Atemwege verlegen. Das Volumen im Rachenraum wird um 25% gesteigert. Die Luft kann nun ungehindert strömen. Der Erfolg mit diesen Schienen liegt bei ca. 90%. Voraussetzungen sind eine Restzahnbestand, um die Schiene zu befestigen und die Möglichkeit den Unterkiefer nach vorne zu schieben.

Alternativen sind operative Plastiken des weichen Gaumens, die dafür sorgen, dass Luft ungehindert durchströmen kann oder Überdruckbeatmungsgeräte ( NC-PAP-Geräte), die als Maske getragen werden. Mit Hilfe eines Minikompressors wird dabei über einen konstanter Luststrom das Gaumensegel von der Wand der Luftröhre weggedrückt. Nachhaltig sind häufig trockene Schleimhäute.



Wenn Sie Schlafstörungen haben...
... dann ergibt die Beantwortung folgender Fragen ein Anhaltspunkt für den Zahnarzt, ob es sich bei Ihnen um „harmloses Schnarchen“ handelt oder der Verdacht der ernstzunehmenden Erkrankung „Schlafapnoe“ besteht.

  • Schnarchen Sie jede Nacht – auch ohne Alkohol?
  • Werden Personen in benachbarten Räumen gestört?
  • Wurden bei Ihnen Atemstillstände im Schlaf beobachtet??
  • Fühlen Sie sich morgens schlapp und müde?
  • Erwachen Sie morgens bereits mit Kopfschmerzen?
  • Fühlen Sie sich in Ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt?
  • Werden Sie grundlos mehrmals müde am Tag?
  • Schlafen Sie leicht am Arbeitsplatz, beim Fernsehen oder Lesen ein?
  • Werden Sie beim Autofahren leicht müde?
  • Haben Sie Schwierigkeiten, sich lange zu konzentrieren?
  • Leiden Sie an Bluthochdruck, nehmen Sie Medikamente dagegen ein?
  • Nehmen Sie regelmäßig Schlafmittel?
  • Haben Sie Übergewicht?


  • Man unterscheidet aber zwischen dem harmlosen Schnarchen und einer Schlafapnoe. Im Schlaf vermindert sich die Muskelspannung im ganzen Körper und auch natürlich im Rachenraum. Es kommt zu einer Verengung in diesem Bereich. Das benötigte Atemvolumen muss jetzt mit höherer Geschwindigkeit durch den verengten Raum und die Weichteile beginnen zu flattern

    Die Folge:

    Schnarchgeräusche. Beim regelmäßigen Schnarchen ist die Schlafqualität nicht gestört. Der einzige, dessen Schlaf her gestört ist, ist der des Bettnachbarn. 12% aller Schnarcher produzieren mehr als 55 Dezibel pro Nacht. Das ist die maximal erlaubte Lautstärke für nächtliche Geräusche im Freien. Erreicht werden können beim Schnarchen mehr als 90 Dezibel. Psychosoziale Aspekte sind Beziehungsprobleme. Depressionen oder die Angst vor dem nächsten Urlaub. Zu den Faktoren, die das Schnarchen begünstigen zählen Übergewicht, Fetteinlagerung in Zunge und Rachen, alter und Konstitution, männliches Geschlecht, Alkohol, Nikotin, Körperlage und Grunderkrankungen.

    Die Schlafapnoe zeichnet sich aus durch Atemaussetzer, die mehr als 10 Sekunden andauern . Diese Aussetzer können bis zu 600mal pro Nacht auftreten. Durch einen unbewussten Reflex wacht man auf und beendet den Atemstillstand. Der Schlaf wird bei diesen Menschen mehrmals pro Nacht unterbrochen und der erholsame Tiefschlafanteil kommt abhanden.